Jung & Naiv
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#847 - Michael Lüders, Spitzenkandidat des BSW | Berlin-Wahl 2026

August 26, 2026 • 2h 19m

Summary

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Overview

Michael Lüders, BSW-Spitzenkandidat für Berlin und stellvertretender Bundesvorsitzender, diskutiert die Berliner Landtagswahl 2025 und die Positionierung seiner jungen Partei. Das Gespräch behandelt interne Konflikte in Thüringen und Brandenburg, die Wohnungskrise als Hauptthema, Integrationspolitik, Verkehrsfragen und außenpolitische Positionen. Lüders betont den Anspruch auf "gefährlich ehrliche" Politik, während kontroverse Wahlplakate und die Frage nach der Rolle der Bundespartei gegenüber Landesverbänden intensiv debattiert werden.

Parteiinterne Konflikte und Machtstrukturen

Die Diskussion beginnt mit den internen Spannungen des BSW, insbesondere dem Konflikt um die Thüringer Koalition mit der CDU und Ministerpräsident Mario Voigt. Lüders verteidigt den Bundesvorstand, der den Landesverband auffordert, die Koalition zu beenden, nachdem Voigts Plagiat nachgewiesen wurde. Er räumt ein, dass Thüringen ein schwerer Fehler war und die Partei dafür "Lehrgeld bezahlt" hat. Die Frage nach der Machtverteilung zwischen Bundes- und Landesebene zieht sich durch das gesamte Gespräch.

  • BSW fordert Thüringer Landesverband auf, Koalition mit CDU wegen Voigt-Plagiat zu beenden
  • Lüders bezeichnet Thüringen-Koalition als 'fast politischen Selbstmord' und großen Fehler
  • Bundesvorstand hat einstimmig beschlossen, gegen die Thüringer Koalition vorzugehen
  • Thüringer BSW-Abgeordnete nennen Bundesvorstand 'Sektenmitglieder' und 'Wächterrat'
" Kaum ist das BSW in Thüringen gewählt, geht es ausgerechnet mit der CDU politisch ins Bett. Also das war fast schon politischer Selbstmord. Das war keine gute Entscheidung. "

Sachsen-Anhalt und die AfD-Frage

Ein hochkontroverses Thema: Das BSW in Sachsen-Anhalt hat angekündigt, sich bei der Ministerpräsidentenwahl zu enthalten, was faktisch dem AfD-Kandidaten Siegmund zur Macht verhelfen könnte. Lüders verteidigt diese Position vehement, kann aber nicht klar benennen, ob die AfD gefährlicher ist als die "Parteien der demokratischen Mitte". Er schlägt stattdessen einen überparteilichen Kandidaten vor und argumentiert, die Brandmauer-Politik habe die AfD nur stärker gemacht.

  • BSW Sachsen-Anhalt würde sich bei Ministerpräsidentenwahl enthalten, was AfD-Kandidat Siegmund helfen könnte
  • Lüders kann nicht klar sagen, ob AfD gefährlicher ist als CDU/SPD/Grüne
  • Vorschlag eines überparteilichen Kandidaten statt Unterstützung von CDU oder AfD
  • AfD ist durch Versagen anderer Parteien stark geworden, nicht durch eigene Qualität
" Wenn jeder Zweite in Sachsen-Anhalt die AfD wählt, dann muss man sich mit dieser Realität auseinandersetzen. Dann kann man sagen, man verbietet die Partei, man richtet noch eine höhere Brandmauer. Aber das sind doch alles hilflose Maßnahmen. "
" Die Brandmauer hat nicht funktioniert. Im Gegenteil, die Brandmauer hat die AfD immer noch stärker gemacht. Man muss die AfD inhaltlich stellen. "

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