Summary
Overview
Ein ausführliches Gespräch mit dem Philosophen Michael Hampe über die Krise der Aufklärung, aufkeimenden Faschismus, Sozialdarwinismus, und die Rolle der Philosophie in der Gesellschaft. Hampe diskutiert, wie wissenschaftlicher Determinismus, Marktdenken und technologischer Fortschritt zu problematischen Entwicklungen geführt haben, betont aber auch die Notwendigkeit von Kooperation statt Konkurrenz und die Bedeutung von Bildung für gesellschaftliche Erneuerung.
Biografie und akademischer Werdegang
Michael Hampe, emeritierter Professor für Philosophie an der ETH Zürich, erzählt von seinem ungewöhnlichen Weg zur Philosophie. Ursprünglich wollte er Tiermedizin studieren, fiel aber während eines Parkstudiums in die Philosophie wie in einen Zaubertrank. Seine spätere Promotion kombinierte Philosophie mit Humanbiologie und Neurophysiologie, wobei er sich besonders mit Fragen des biologischen Determinismus auseinandersetzte.
- Hampe ist emeritierter Professor für Philosophie an der ETH Zürich und war in Neuseeland tätig
- Wollte ursprünglich Tiermedizin studieren, landete aber durch ein Parkstudium in der Philosophie
- Studierte Philosophie, Psychologie und Germanistik bis 1984, danach fünf Jahre Biologie
- Promovierte mit Schwerpunkt auf Neurophysiologie und Humanbiologie, untersuchte Stressreaktion bei Mäusen
- Kam aus kleinbürgerlichen Verhältnissen in Hannover, Vater war Kürschner
" Ich bin quasi in die Philosophie reingefallen, obwohl ich es eigentlich nur kurz machen wollte. So wie Obelix in den Zaubertrank. "
Biologischer Determinismus und seine Grenzen
Hampe diskutiert seine frühe Forschung zum neurogenetischen Determinismus der 1980er Jahre, als man glaubte, Gene würden über neuronale Strukturen das Verhalten direkt bestimmen. Er erklärt, wie diese reduktionistische Sichtweise durch die Erkenntnis der Plastizität des Gehirns widerlegt wurde und wie wichtig es ist zu verstehen, dass nicht alle Menschen unter Stress gleich reagieren.
- In den 1980ern herrschte die Vorstellung vor, dass Gene neuronale Strukturen und diese das Verhalten determinieren
- Experimente mit Mäusen zeigten, dass mittlere Stresslevel optimal für Lernen sind, nicht zu viel und nicht zu wenig
- Die Plastizität des Gehirns war damals noch nicht bekannt - heute wissen wir, dass sich das Gehirn bis ins hohe Alter verändern kann
- Friedrich Vogel erforschte genetische Dispositionen für Alkoholismus bei Frauen
" Bis ins hohe Alter kann sich das Gehirn im positiven und negativen Sinne noch verändern. Auch bei mir. Ich habe auch noch Chancen. "
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